Beschreibung der Subspezies
Messverfahren und Messstrecken
an den untersuchten Bälgen
Bei den einzelnen Körpermaßen sind Minimal- und Maximalwerte angeführt, der nachfolgenden Klammer sind die Mittelwerte zu entnehmen. Die angegebenen Körperlängen wurden vom Scheitel bis zur längsten Schwanzfeder gemessen. Die Flügellänge wurde vom Flügelbug des angelegten Flügels bis zur Spitze der längsten Handschwinge gemessen. Die Schwanzlänge stellt die Messwerte zwischen der Basis des zentralen Steuerfederpaares und dem Ende der längsten Steuerfeder dar. Die Schnabellänge wurde als gerade Linie von der Spitze des Oberschnabels bis zur Wachshaut an der Basis des Oberschnabels gemessen. Die Schnabelbreite ergibt sich aus der breitesten Stelle der Schnabelbasis am Oberschnabel. Die genaue Länge des Tarsometatarsus an Museumsbälgen zu ermitteln ist praktisch unmöglich, da die Läufe geschrumpft sind und oftmals in einer ungünstigen Position fixiert wurden. Aus diesem Grund wurde auf eine Messung der Läufe verzichtet. Die Beurteilung der Färbung wurde anhand von Farbstreifen vorgenommen, die bei der anschließenden Auswertung miteinander verglichen wurden. Es wurde versucht, obwohl es sich bei den Kleinen Vasapapageien um relativ schlicht und einheitlich gefärbte Vögel handelt, möglichst viele Gefiederbereiche miteinander zu vergleichen. Da es bei den einzelnen Individuen zu leichten Farbabweichungen kam ist in der folgenden Beschreibung zuerst die Färbung bezeichnet, die bei den meisten der untersuchten Bälge einer Art vorzufinden war. Die Farbabweichungen einiger Exemplare sind bei den einzelnen Gefiederbereichen sofort angegeben. Die Untersuchungen sind mittlerweile gänzlich abgeschlossen.
Coracopsis nigra nigra
Kleiner Vasapapageien (Linné, 1758)
Die Nominatform des Kleinen Vasapapageien, Coracopsis nigra nigra, ist eine der größten unter den 4 Unterarten dieses Papageien. Es standen 72 Bälge, die nach ihrer Herkunft sicher als Coracopsis nigra nigra bestimmt wurden, dieser Beschreibung zur Verfügung.
Körperlänge: 29,4 cm - 39,8 cm (34,899 cm)
Flügellänge: 20,1 cm - 26,7 cm (23,866 cm)
Schwanzlänge: 12,0 cm - 18,5 cm (15,755 cm)
Schnabellänge: 1,82 cm - 2,53 cm (2,2454 cm)
Schnabelbreite: 1,25 cm - 1,56 cm (1,4004 cm)
Gefiederfarbliche Beschreibung:
Die Stirn, Scheitel, Zügel, Wangen und Ohrdecken sind bei den meisten Vögeln der Nominatform dunkelbraun gefärbt. Es können allerdings auch häufig Farbabweichungen in eine dunklere Farbnuance auftreten. So sind einige Exemplare in diesen Gefiederbereichen auch schwarzbraun gefärbt, beziehungsweise nehmen eine Zwischenstufe zwischen dunkelbraun und schwarzbraun ein. In selteneren Fällen sind Angehöriger der Nominatform dort dunkelbraun bis graubraun gefärbt. Ähnlich stellt sich die Farbgebung an Kehle, Kinn, Brust, Bauch, Schenkel, Nacken, Schulter, Flügeldecken, Armschwingen und Rücken dar. Nur hier tritt die rein schwarzbraune Färbung prozentual hinter der Zwischenstufe von dunkelbraun und schwarzbraun zurück. Die dunkelbraune Farbe ist in diesen Bereichen dominierend. Auf den Unterschwanzdecken erscheint diese dunkle Grundgefiederfarbe durch eine Vermischung verschieden intensiver Grautöne etwas aufzuhellen. So herrscht in diesem Gefiederbereich eine insgesamt graubräunliche Färbung vor. Tendenzen zu helleren oder dunkleren Grautönen auf der Grundgefiederfarbe sind vereinzelt erkennbar, befinden sich aber in der Minderzahl. Gleiche Feststellungen gelten für die Schwanzunterseite, obwohl die graubraune Färbung hier insgesamt gering dunkler ausfällt. Die Außenfahnen der Handschwingen sind im Allgemeinen graublau gefärbt. Die graublaue Färbung ist bei Beschreibungen und Bestimmungen am lebenden Objekt von den Lichtverhältnissen und dem Einfallwinkel der Lichtquelle abhängig. Unterschiede in der Nuance der graublauen Färbung an den Außenfahnen der Handschwingen sind bei der Nominatform nur im geringen Ausmaß vorhanden. Der Bürzel, die Oberschwanzdecken und die Basis der Schwanzoberseite sind bei den einzelnen Exemplaren vornehmlich in der Grundgefiederfärbung gefärbt und weisen zum Teil einen nur geringen graublauen Schimmer auf. Aber auch diese graublaue Färbung ist nur ersichtlich, wenn die Tiere entweder in die Hand genommen werden oder die Lichtverhältnisse die Wahrnehmung dieser Färbung begünstigen. Die Handschwingen sind auf der Flügelunterseite grau gefärbt.
Unterscheidung zu den anderen 2 Spezies und der Subspezies C. n. libs:
Zu C. n. libs bestehen die größten Übereinstimmungen in der Gesamtfärbung, lediglich die Färbung im Flügel- und Rückenbereich unterscheidet sich markant von der Nominatform. Oft erkennt man allerdings auch sofort an der Grundgefiederfärbung, dass es sich um einen Vertreter von C. n. libs handelt. Die Unterscheidung zu C. sibilans und C. barklyi hingegen bereitet kaum Schwierigkeiten. Bei Vertretern von C. n. sibilans verrät bereits die Grundgefiederfärbung eindeutig die Zugehörigkeit. Bei den C. barklyi stellt sich dies ähnlich dar, zumeist ist dann auch noch die Körpergröße ein Punkt, der die Unterarten unterscheiden hilft.
Coracopsis nigra libs
Bangs-Vasapapagei (Bangs, 1927)
Von der Körpergröße ähnlich der Nominatform ist auch der Bangs-Vasapapagei. Bis zum jetzigen Zeitpunkt sind 28 Bälge untersucht worden, die eindeutig der Subspezies Coracopsis nigra libs zugeordnet werden konnten.
Körperlänge: 30,3 cm - 42,2 cm (34,871 cm)
Flügellänge: 20,9 cm - 25,7 cm (23,857 cm)
Schwanzlänge: 13,8 cm - 18,00 cm (15,771 cm)
Schnabellänge: 1,87 cm - 2,39 cm (2,1475 cm)
Schnabelbreite: 1,27 cm - 1,49 cm (1,3739 cm)
Gefiederfarbliche Beschreibung:
Stirn, Scheitel, Zügel, Wangen, Ohrdecken, Kehle, Kinn, Brust, Bauch, Schenkel, Schulter, Flügeldecken, Armschwingen, Rücken, Oberschwanzdecken, Schwanzoberseite und Unterflügeldecken sind bei fast allen untersuchten Exemplaren entweder dunkelbraun oder graubraun gefärbt. Vereinzelt zeigt die Gefiederfarbe in diesen Bereichen auch eine Mischung beider Farben. Nur ein einziges Exemplar war schwarzbraun gefärbt und glich auch in der sonstigen Färbung sehr der Nominatform. Eher selten sind auch bräunliche oder graubraune- bis hellbraune Farbgebungen in diesen Bereichen. Die Unterschwanzdecken und die Schwanzunterseite besitzt hauptsächlich eine graubraune- oder mitunter eine hellbraune Grundfarbe. Auch bei C. n. libs variiert diese Färbung in diesen Bereichen durch verschieden intensive Grautöne. Die Grautöne auf der Schwanzunterseite scheinen insgesamt etwas dunkler auszufallen. Die Außenfahnen der Handschwingen sind bei dieser Subspezies ebenfalls graublau gefärbt und unterscheiden sich nur in Ausnahmen in der Intensität der Helligkeit dieser Färbung, auch spielen hier die Lichtverhältnisse eine wesentliche Rolle bei den Vergleichen einzelner Individuen. Das Bürzelgefieder und das Gefieder der Oberschwanzdecken zeigen zumeist dunkelbraune oder graubraune Grundfarben und sind hier fast ausnahmslos graublau überhaucht. Auf der Flügelunterseite sind die Handschwingen grau gefärbt.
Unterscheidung zu den anderen 2 Spezies und der Nominatform:
Zu der Nominatform besteht die größte farbliche Ähnlichkeit. Sicherstes Unterscheidungsmerkmal ist der graublaue Schimmer des Bürzels und der Oberschwanzdecken. Jedoch erscheint auch die Grundgefiederfärbung insgesamt eher in einer graubraunen Färbung, kann aber auch dunkelbraun sein! Die eindeutigsten Unterscheidungsmöglichkeiten zu C. sibilans und C. barklyi stellen sich vornehmlich in der Grundgefiederfarbe dar, die bei diesen beiden Unterarten eher ins Bräunliche oder ins Graubräunliche gehen. Auch die Körpergröße dieser beiden Subspezies unterscheidet sich manchmal erheblich von C. n. libs.
Coracopsis sibilans
Kleiner Komoren-Vasapapagei (Milne Edwards & Oustalet, 1885)
Der Kleine Komoren-Vasapapagei ist nicht so groß wie die beiden oben beschriebenen Unterarten der Spezies C. nigra. Bereits die Körpergröße kann somit als Unterscheidungsmerkmal zu diesen beiden Subspezies von C. nigra herangezogen werden. Es sind 19 Bälge untersucht worden, die zweifelsfrei der Art C. sibilans zugeordnet werden können.
Körperlänge: 27,1 cm - 35,5 cm (29,773 cm)
Flügellänge: 18,8 cm - 22,1 cm (19,594 cm)
Schwanzlänge: 12,3 cm - 14,70 cm (13,815 cm)
Schnabellänge: 1,69 cm - 2,30 cm (1,9063 cm)
Schnabelbreite: 1,21 cm - 1,39 cm (1,2936 cm)
Gefiederfarbliche Beschreibung:
Alle untersuchten Bälge der Spezies C. sibilans zeigen an Kehle, Kinn, Brust, Bauch, Schenkel, Unterschwanzdecken, Armschwingen, Handschwingen, Bürzel und Oberschwanzdecken eine hellbraune Färbung. Von einem etwas dunkleren Braun sind Nacken, Schulter, Flügeldecken, Rücken und Unterflügeldecken bei nur einem Exemplar gefärbt, ansonsten sind die übrigen fünfzehn Bälge auch an diesen Gefiederbereichen hellbraun. Bei der Hälfte der untersuchten Präparate ist zudem Stirn und Scheitel von dem dunkleren Braun gefärbt, ansonsten herrscht auch hier der hellbraune Farbton vor. Dies gilt ebenfalls für die Gefiederbereiche der Zügel, der Wangen, der Ohrdecken und der Schwanzoberseite. Bei vier Exemplaren ist auf der Flügelunterseite ein grauer Farbton wahrnehmbar.
Unterscheidung zu den anderen 2 Spezies:
Von der Nominatform C. n. nigra und der Unterart C. n. libs kann der Kleine Komoren Vasapapagei sehr leicht durch seine bräunliche Färbung unterschieden werden. Ein graublauer Farbschimmer auf den Außenfahnen der Handschwingen fehlt gänzlich bei C. sibilans. Auch anhand der Körpergröße unterscheidet sich diese Subspezies bereits von den beiden madagassischen Unterarten. Die größte Übereinstimmung in der Färbung und Körpergröße besteht zu C. barklyi.
Coracopsis barklyi
Praslin- oder Seychellen-Vasapapagei (E. Newton, 1867)
Der Praslin-Vasapapagei ist ebenfalls nicht so groß wie die beiden madagassischen Gattungsangehörigen. Auch hier kann Körpergröße als Unterscheidungsmerkmal zu diesen beiden Subspezies herangezogen werden. Es sind 18 Bälge untersucht worden, die zweifelsfrei der Unterart Coracopsis barklyi zugeordnet werden können.
Körperlänge: 24,8 cm - 34,6 cm (30,444 cm)
Flügellänge: 17,1 cm - 20,2 cm (18,900 cm)
Schwanzlänge: 11,3 cm - 14,10 cm (13,233 cm)
Schnabellänge: 1,73 cm - 2,09 cm (1,9077 cm)
Schnabelbreite: 1,10 cm - 1,27 cm (1,1894 cm)
Gefiederfarbliche Beschreibung:
In den Bereichen von Stirn, Scheitel, Zügel, Wangen, Ohrdecken, Kehle, Kinn, Brust, Bauch, Schenkel, Nacken, Schulter, Flügeldecken, Armschwingen, Rücken, Bürzel und Unterflügeldecken sind beim größten Teil der untersuchten Exemplaren von C. barklyi graubraun bis hellbraun gefärbt. Bei den übrigen Präparaten der gleichen Unterart ist diese Gefiederfarbe eher hellbraun. Die Unterschwanzdecken und die Schwanzunterseite erscheinen in einer hellbraunen Grundgefiederfärbung. Wie bei C. n. nigra und C. n. libs sind diese beiden Gefiederbereiche auch beim Praslin- Vasapapagei mit verschieden intensiven Grautönen durchsetzt. Auch bei C. barklyi scheinen diese Grautöne auf der Schwanzunterseite immer dunkler auszufallen als auf den Unterschwanzdecken. Die Außenfahnen der Handschwingen sind beim Praslin-Vasapapagei graublau gefärbt. Das Bürzelgefieder zeigt bei nur zwei der untersuchten Bälge einen graublauen Schimmer auf der sonst vorhandenen Grundgefiederfärbung. Auf den Oberschwanzdecken ist diese Färbung bereits bei sechs Präparaten vorkommend und auf der Basis der Schwanzoberseite bei zehn Bälgen von achtzehn. Die untere Hälfte der Schwanzoberseite zeigt sich dann wieder in der individuellen Grundgefiederfarbe. Auf der Flügelunterseite sind die Handschwingen grau gefärbt.
Unterscheidung zu den anderen 2 Spezies:
Von C. n. nigra und C. n. libs kann der Praslin-Vasapapagei recht gut durch seine Grundgefiederfärbung und anhand der geringeren Körpergröße unterschieden werden. Die graublaue Färbung der Handschwingen und der gleich gefärbte Schimmer auf Bürzel, Oberschwanzdecken und der Basis der Schwanzoberseite ist bei C. barklyi etwas dunkler dargestellt als bei den beiden madagassischen Unterarten. Auch die Färbung der Handschwingen auf der Flügelunterseite des Praslin-Vasapapagei ist im Gegensatz zu C. n. nigra und C. n. libs von einem etwas dunkleren Grau. In Färbung und Körpergröße fast identisch ist C. barklyi mit C. sibilans. Jedoch fehlt beim Kleinen Komoren-Vasapapagei die graublaue Färbung auf den Handschwingen und die graue Farbe der Handschwingen auf der Unterseite des Flügels. Weitere Unterschiede ergeben sich aus der Beschreibung von C. sibilans.
Von einigen Fachbuchautoren sind blassbräunliche beziehungsweise hellbraune Flecken im Scheitel- und Stirnbereich des Praslin-Vasapapageien beschrieben worden. Die Farbgebung erscheint nicht bei jedem Vertreter dieser Subspezies und ist, wenn vorhanden, auf eine hellere Färbung der Federschäfte in diesen Gefiederbereichen zurückzuführen.
Foto: Huub Veldhuijzen van Zanten, ETI
© University of Amsterdam. Syntypus (?) von Coracopsis barklyi. Das Präparat befindet sich derzeit in der Sammlung des Zoological Museum Amsterdam (ZMA) und ist dort unter der Nummer ZMA 932 registriert. Es handelt sich um ein adultes Männchen, dass im Jahr 1871 oder auch schon vorher von einem nicht genannten Sammler auf der Insel Praslin (Seychellen) gesammelt wurde. Das Einstellen des Fotos auf dieser Homepage erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Zoological Museum Amsterdam.

