FAQs
![]() | Wer kann Mitglied des Projektes werden? |
Die Teilnahme an dem Erhaltungszuchtprojekt steht jedem Züchter von artenreinen, wildfarbenen Exemplaren der Gattung Agapornis offen und ist an keine Mitgliedschaft in einer bestimmten Vogelzüchterorganisation gebunden. Selbstverständlich sind auch alle anderen Interessierten, die nicht im Besitz von Agaporniden sind, gern dazu aufgerufen unterstützend mitzuwirken.
![]() | Ist die Teilnahme an dem Projekt mit Unkosten verbunden? |
Es werden keine Mitgliedsbeiträge erhoben. Etwaige Kosten für die Zertifizierung werden nicht auf die Projektteilnehmer umgelegt. Lediglich die Leistung des Insituts für Molekulare Diagnostik Bielefeld (IMDB) ist bei Insanspruchnahme kostenpflichtig von jedem Züchter selbst zu tragen. Mit dem IMDB sind jedoch Sonderpreise für die Durchführung der Geschlechtsbestimmung sowie den Untersuchungen Polyoma- und Circo-Viren vereinbart worden. Nähere Einzelheiten hierzu sind im Mitgliederbereich oder auf Anfrage zu erfahren.
![]() | Ist das Projekt auf Deutschland beschränkt? |
Nein, eine solche Initiative lebt von einer möglichst großen genetischen Variabilität der Ausgangspopulation einer bestimmten Vogelart. Daraus ergibt sich von ganz allein, dass möglichst viele Besitzer von artenreinen, mutationsfreien Agaporniden in das Projekt integreiert werden müssen. Mit der Anzahl der Besitzer erhöht sich zwangsläufig auch die Anzahl der Agaporniden in der Gesamtpopulation und somit auch der genetische Pool in diesem Bestand. Darum sind natürlich alle Europäer gern als Mitglied des Erhaltungszuchtprojekts für die Agapornis-Spezies gesehen.
![]() | Ist die Teilnahme an dem Projekt für das Mitglied mit Verpflichtungen verbunden? |
Wir können natürlich niemanden zu bestimmten Handlungen zwingen. Die Mitarbeit in dem Erhaltungszuchtprojekt ist freiwillig und kann durch jeden Teilnehmer jederzeit wieder beendet werden. Wir appellieren jedoch an jedes Mitglied wenigstens die einmal jährlich notwendige Bestandsmeldung ohne Aufforderung an die Koordinatoren zu melden. Ansonsten ist eine rege Mitarbeit natürlich überaus erwünscht, die durch das Einbringen neuer Ideen, dem Erfahrungsaustausch der Teilnehmer untereinander oder auch durch Werbung für das Projekt außerhalb der Initiative erfolgen kann.
![]() | Kann ich meine bislang praktizierte Rassezucht weiter betreiben? |
Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass wir in dem Erhaltungszuchtprojekt keinen Wert auf die Einhaltung von Rassemerkmalen legen, die vom Menschen vorgegeben werden. Wir möchten bei unseren Bemühungen die Vorgaben beachten, die uns in ihrer Variabilität von der Natur vorgegeben werden. Wir legen darum keinen Wert auf eine vorgeschriebene Größe, auf Proportionen einzelner Körperteile zueinander, auf eine genau vorgegebene Sitzposition auf der Stange usw. Wer als Züchter von Agaporniden aber mit seinen Tieren in dem Zuchtprojekt mitwirken und auch gleichzeitig an Bewertungsschauen teilnehmen möchte, kann dies selbstverständlich tun. Hierbei muss dann aber auch wieder bekräftigt werden, dass die Siegervögel solcher Vergleiche für unser Projekt genauso wertvoll sind wie die Verlierer! Jedes artenreine (mutationsfreie) Exemplar der Gattung Agapornis ist wichtig für unsere Initiative, auch die kleinen, nicht gut proportionierten und mit Haltungschwächen gehandicapten Vögel!
![]() | Können auch andere Agapornis-Spezies in dem Projekt integriert werden? |
Generell ja. Es sollte sich bei den Individuen aber immer um phänotypisch wildfarbene und artenreine Exemplare handeln. Mutationen, auch verdeckte Mutatione, sowie Mischlinge werden nicht an die Zuchtprojekt aufgenommen. Die Erweiterung unserer Bemühungen auf das Erdbeerköpfchen ist inzwischen erfolgt. Auch die Aufnahme der Grauköpfchen und des Taranta-Unzertrennlichen ist durchaus denkbar, da hier die Muationsrate momentan noch sehr gering ausfällt. Lohnenswert könnte dieser Arbeitsaufwand aber auch für das Pfirsichköpfchen und das Schwarzköpfchen werden. Das Orangeköpfchen wird bereits von Matthias Schiffmann in der Schweiz betreut. Bemühungen zum Erhalt des artenreinen, wildfarbenen Rosenköpfchens in Menschenobhut sind eher aussichtslos, da kaum noch Exemplare vorhanden sind, die ihrer Wildform im westlichen Teil Afrikas ähneln.
![]() | Wie kann ich mit anderen Teilnehmern dieser Initiative in Kontakt treten? |
Aus datenschutzrechtlichen Gründen wird der Kontakt zuerst über die Koordinatoren hergestellt. Eine Anfrage zu einem bestimmten Themengebiet wird von den Koordinatoren an die betreffenden Zuchtprojektteilnehmer weitergegeben, zusammen mit den Kommunikationsdaten des Interessenten. Es sollte danach nicht lange dauern, bis der gewünschte Kontakt hergestellt ist.
![]() | Kann ich auch als Nichtteilnehmer der Initiative Vögel aus diesem Projekt bekommen? |
Selbstverständlich werden auch Tiere aus dem Projekt an Aussenstehende abgegeben. Die Vermittlung der Tiere erfolgt über die Koordinatoren. Hierbei ist allerdings zu bedenken, dass in erster Linie Projektteilnehmer mit den entsprechenden Vögeln versorgt werden. Unsere Teilnehmer identifizieren sich in der Regel mit den Zielen unserer Bemühungen - dem ständigen Wachstum einer gesunden, artenreinen und mutationsfreien Population der jeweiligen Art - und werden aus diesem Grund vorrangig behandelt. Würden wir einzelne Individuen unserer wertvollen Tiere bedenkenlos an Aussenstehende abgeben, wären genau diese Exemplare wahrscheinlich weitestgehend verloren für die weitere Zuchtbuchplanung und somit kaum noch verfügbar für die weitere Stabilisierung der vorhandenen Population. Erklärt sich ein Interessent jedoch ausdrücklich dazu bereit das Projekt zukünftig als Teilnehmer, mit all seinen vorhandenen und vor allem auch geeigneten Agaporniden zu unterstützen, so wird auch dieser Interessent vorerst mit nur einem Paar der jeweiligen Art versorgt. Sollte das Interesse an einer Mitarbeit auch Monate später noch im großen Maße vorhanden sein, dann wird auch die Vermittlung weiterer Vögel in Aussicht gestellt. Diese Regelung kann ausgesetzt werden, wenn ausreichend viele Vögel zur Abgabe bereitstehen. Dennoch sollte bei der Übergabe von unseren Agaporniden an Aussenstehende darauf gedrängt werden, die Notwendigkeit des Handelns zu erkennen und sich an dem Projekt zu beteiligen.
![]() | Wie werde ich über Neuigkeiten zum Projekt informiert? |
Die neuesten Ereignisse finden Sie natürlich zeitnah auf der Internetseite. Unter der Rubrik "Projekt" befindet sich ein Punkt "Chronik". Hier werden die aktuellen Ereignisse sofort regsitriert und sind in Stichpunkten nachzulesen. Wichtige Neuigkeiten erreichen den Zuchtprojektteilnehmer sofort per e-Mail. Teilnehmer ohne Internetanschluss werden in wichtigen Fällen mit der Briefpost erreicht. Eine Zusammenfassung der Geschehnisse erfolgt einmal jährlich in einem Rundbrief, der per e-Mail bzw. per Post an die Teilnehmer verschickt wird.
Wir haben anfangs überhaupt keine andere Wahl artenreine und auch wildfarbene Individuen nach ihrem äußeren Erscheinungsbild, dem sogenannten Phänotyp zu beurteilen. Wir können leider nicht in den Vogel hineinsehen und müssen demzufolge abwarten, wie sich die Nachzuchten von den Verpaarungen in Menschenhand zeigen. In der Regel ist es so, dass artenreine und auch mutationsfreie Exemplare immer wieder auch solche Nachkommen zeugen. Selbstverständlich können hier wie auch in der Natur einmal Mutationen auftreten. Wir werden solche in der Regel farbveränderten Exemplare aus dem Bestand nehmen und auch prüfen, ob nicht sogar alle Verwandten dieses jeweiligen Exemplars aus dem Zuchtprojekt entfernt werden sollten. Eventuell wird es in einigen Jahren möglich werden durch eine Federprobe die Artreinheit einzelner Agapornis-Spezies festzustellen. Wir arbeiten derzeit in einer Kooperartion vom Tierkundemuseum Dresden und der University KwaZulu-Natal in Pietermaritzburg (Südafrika) daran durch die sogenannte Mikrosatellitenanalyse aufgrund genetischer Daten diese Unterscheidungsmöglichkeit zu schaffen. Eine solche Untersuchung ist sehr zeitaufwendig und verschlingt im Normalfall eine Menge Geld. Wir haben im Tierkundemuseum einen Mitarbeiter gefunden, der diese Arbeiten neben seinem eigentlich Job dort leistet. Dementsprechend günstig ist die Finanzierung dieser Forschungsarbeit; jedoch dauert es auch entsprechend lange zu einem Ergebnis zu gelangen. Auf dieser Internetseite werden Sie über den Fortschritt dieser Untersuchung informiert.
Offensichtlich von einem Mutationszüchter wurde in der Vergangenheit Stellung zu unseren Zertifizierungsaktionen genommen. Von diesem Züchter stammt die Aussage, dass es sich bei dem Zertifikat, dass einzelnen Individuen unseres Projektes die "Artreinheit" und "Mutationsfreiheit" bescheinigen soll, um ein Pseudozertifikat handelt. Es ist sehr fragwürdig, wie dieser Züchter auf diese Behauptung kommt. In dem genannten Internet-Forum deutet er nur an, dass es den Zertifizierern unmöglich sein dürfte spalterbige aber wildfarbene Vögel von mutationsfreien Individuen zu unterscheiden. Dieser Äußerung wird seitens der Initiatoren des EPPAS-Projektes in keinster Weise wiedersprochen. Leider ist es immer noch an der Tagesordnung, dass einige Mutationszüchter äußerlich wildfarbene aber spalterbige Vögel als "rein wildfarbene" Vögel anbieten oder ggfs. auch als "spalterbige" Vögel - je nachdem was der Käufer anzuschaffen wünscht. Hier richten sich diese Züchter oft nach den Suchkriterien ihrer Kundschaft und verhalten sich demzufolge mitunter unehrlich. Das Problem wird damit leider auf die Züchter übertragen, die sich um den Erhalt artreiner und mutationsfreier Vögel bemühen. Ein weiterer Züchter vergleicht unsere Zertifizierungsaktion mit gleichgenannten Verfahren aus der freien Wirtschaft. In der Wirtschaft sind Zertifikate an ein festgelegten Begutachtungsverfahren gebunden, dass nur von akkreditierten Zertifizierern durchgeführt werden sollte. Es müssen dort nicht immer auch akkreditierte Zertifizierer sein, aber von den meisten Firmen werden nur Zertifikate von akkreditierten Zertifizierern akzeptiert. Müssen wir nun unser Zertifizierungsverfahren diesen Anforderungen aus der Wirtschaft angleichen, dadurch gleichzeitig einen finanziellen Mehrauwand betreiben, um Zertifizierer innerhalb des Deutschen Akkreditierungsrates (DAG) anerkennen zu lassen und dem Ganzen einen "behördlich" korrekten Anschein zu verleihen? Nein, das müssen wir nicht! Wir beabsichtigen mit der Zertifizierung unserer Agaporniden eine gewissen Vorauswahl durchzuführen, ganz einfach um eventuelle Mischlinge oder auch durch langjährige Domestikationprozesse entstandenen farbveränderte Vögel zu indentifizieren. Hierzu stehen uns die in verschiedenen Literaturquellen vorhandenen Beschreibungen einzelner Spezies, aber auch Fotodokumentationen von wildlebenden Exemplaren oder sogar Sammlungsstücke aus dem Zoologischen Museum Berlin als Vergleichsmöglichkeiten zur Verfügung. Mit diesen Originalen aus der Natur vergleichen wir die uns vorgestellten Vögel und all unsere Partner, ob wissenschaftliche Einrichtungen oder auch die Privatleute, sind mit dieser Verfahrensweise einverstanden. Wir müssen also keinen einzigen unserer Partner durch ein von akkreditierten Zertifizierern erstelltes Zertifikat überzeugen, da unsere Verfahrensweise von diesen Institutionen bzw. Menschen akzeptiert wird. Da sich in unserem Zertifizierungsteam auch Mitarbeiter befinden, denen durch ihr biologisches Hochschulstudium die Verfahrensweise unserer Zertifizierung nicht fremd ist, können wir durchaus auf die Akkreditierung dieser Leute verzichten. Die auf diese Weise eingesparten finanziellen Mittel können innerhalb unseres Projektes weitaus sinnvoller eingesetzt werden.
![]() | Warum wird für die Zertifizierungsaktion keine Musterbeschreibung durch anerkannte Zuchtrichter entworfen? |
In der Vergangenheit sind immer wieder Verlautbarungen an die Initiatoren des EPPAS-Projektes herangetragen worden, in denen die Forderung nach einer Musterbeschreibung für die von uns zertifizierten Agapornis-Arten geäußert worden ist. Diese Forderung stammt aus den Reihen von Zuchtrichtern, die üblicherweise Bewertungsvögel nach einem Standard bei Vogelausstellungen beurteilen. Von dort stammt auch die Feststellung, dass wir uns bei unserer Zertifizierung irgendwelchen Richtlinien folgen müssen, sonst wäre die Zertifizierung absolut wertlos. Hierzu soll zum wiederholten Male darauf hingewiesen werden, dass wir als Richtlinie für die Einstufung der uns bei den Zertifizierungsaktionen vorgestellten Individuen die Vorgaben aus der Natur nutzen. In der Fachliteratur gibt es demzufolge bereits zahlreiche Beschreibungen wildlebender Vögel, teilweise sogar mit den in der Natur auch auftretenden Varianzen. Wir legen uns also nicht darauf fest, dass beispielsweise ein Rußköpfchen 14 cm groß sein muss und dabei keinerlei Abweichung zulässig ist. Auch jeder Mensch ist nicht gleich groß! So werden wir uns nach einem Circamaß von 14 cm bei den Rußköpfchen richten. Gleiches gilt beispielsweise auch für die Größe der Ausdehnung des Brustlatzes bei den Agaporniden mit den weißen Augenringen oder des Sitzwinkels eines jeden Vogels auf der Sitzstange, um nur einige Beispiele zu nennen. Abnormale Abweichungen werden jedoch auch bei uns nicht akzeptiert. So würden wir beispielsweise keinen Schau-Wellensittich mit einer Größe von 22 cm mehr als einen Wellensittich ansehen, der üblicherweise in seiner australischen Heimat eine Länge von ca. 18 cm besitzt, auch wenn der Schau-Wellensittich tatsächlich die phänotypische Färbung eines Wildvogels dieser Art besitzen sollte. Über die nichtakzeptablen Abweichungen von der Normalverteilung müssen sich die Mitglieder des Zertifizierungsteams natürlich im Vorfeld unterhalten und sich auf bestimmte Dinge einigen. Jedoch soll an dieser Stelle noch einmal hervorgehoben werden, dass die Bewertung von Ausstellungsvögeln zur Ermittlung des besten Vogels seiner Art bei einer Ausstellung und die unsere Zertifizierung von Vögeln, die dem Wildtyp phänotypisch gleichen sollen, zwei absolut unterschiedliche Dinge sind. Mit strengen Musterbeschreibungen würden wir bei der Auswahl unserer Tiere für die weitere Vermehrung zum Erhalt der Art wieder in einer eindeutigen Selektionszucht enden. Das wäre nicht unser Ziel, denn mit der Selektionszucht beginnt jeder Domestikationsprozess.




