Naturbrut des Maskenkiebitz (Vanellus miles)
Von RALF & KARL-HEINZ PELKMANN, Sassenberg

Der Maskenkiebitz (Vanellus miles), auch Soldatenkiebitz oder Lappenkiebitz genannt, gehört zur Familie der Regenpfeifer (Charadriidae) und dort zur Unterfamilie der Kiebitze (Vanellinae). Wir pflegen in unserer Anlage die Nominatform (Vanellus miles miles). Die südliche Unterart (Vanellus miles novaehollandiae) wird unseres Wissens nach in Europa nicht mehr gehalten.

Foto: Ralf Pelkmann Altvogel, Männchen

Der Maskenkiebitz erreicht eine Körperlänge von 35 bis 37 Zentimeter, bei einer Flügelspannweite von 85 Zentimetern und ein Gewicht von 350 bis 370 Gramm. Die Geschlechter unterscheiden sich nur geringfügig. Das einzige sichere Unterscheidungsmerkmal ist der Sporn am Flügelgelenk. Der Sporn ist beim Männchen etwa 0,7 cm lang. Beim Weibchen ist der Sporn nur 0,2 cm lang. Das Gefieder ist oberseits und an den Flügeln hellbraun bis olivbraun gefärbt. Der Nacken, die Brust und die Bauchseite sind weiß. Der Oberkopf und die Enden der Schwanzfedern sind schwarz gefärbt. Namensgebend sind das gelbe Gesicht und die seitlich am Kopf herunterhängenden Lappen, die wie eine Maske aussehen. Jungvögel sind sofort befiedert. Die weißen Gefiederpartien sind auch bei ihnen weiß. Die braunen und schwarzen Gefiederpartien sind bei den Küken braun mit schwarzen Flecken. Der Schnabel ist zuerst schwarz und wird später grau. Die gelbe Gesichtsmaske fehlt noch.

Foto: Ralf Pelkmann Altvogel, Weibchen

In seiner Heimat Australien (einschließlich Neuseeland, Tasmanien und Neuguinea), ist er hauptsächlich auf offenem Grasland und in Sumpfgebieten anzutreffen, wo er als Bodenbewohner paarweise oder in kleinen Trupps umherzieht. Als Kulturfolger kann man ihn auch häufig in Stadtparks oder auf Golfplätzen vorfinden. Ebenso häufig streift er auf Feldern und Wiesen umher.

Im April dieses Jahres, konnten wir von einem Züchter 1,1 blutsfremde und DNA-getestete Maskenkiebitze (das Weibchen von 2010 und das Männchen von 2011) erwerben.

Unsere Maskenkiebitze bewohnen zusammen mit 2,2 Maronenwebern eine kombinierte Innen-/Außenvoliere. Der im Winter auf mindestens 15 Grad Celsius beheizte Innenraum ist 3 m x 2,5 m x 1,90 m groß und die Außenvoliere hat die Maße 5 m x 4 m x 3,5 m. Da die Kiebitze für ihr Wohlbefinden unbedingt Zugang zu einer Badestelle benötigen, befindet sich im Innenraum ein künstlicher Bachlauf und in der Außenvoliere ein flaches Badebecken. Der hintere Teil der Außenvoliere ist mit Sträuchern dicht bepflanzt. Im vorderen Teil wurde eine Wildwiesenmischung eingesät und um das Wasserbecken herum ein Bereich mit weißem Sand geschaffen. In der Innenvoliere befinden sich 2 Pflanzkübel mit einem Haselnussstrauch und einer Kiefer. Für die Webervögel wurde ein großer Sanddornast angebracht, der etwa die obere Hälfte der Innenvoliere ausfüllt. Der Bodenbelag besteht aus Sand und einigen Grasplaggen. Die Beleuchtung des Innenraumes erfolgt mit Tageslichtröhren, die über eine Zeitschaltuhr gesteuert eine Tageslänge von 14 Stunden gewährleistet. Davon entfallen 2 Stunden auf das morgendliche und abendliche langsame Dimmen. Über Nacht sorgt eine Restleuchtkraft von 6% für ausreichende Sicht.

Foto: Ralf Pelkmann Gelege

Der Vorbesitzer hatte die Kiebitze an die Aufnahme von Seeentenpellets gewöhnt. Nur leider war speziell diese Sorte nur in den Niederlanden erhältlich. Deshalb mussten wir die Fütterung auf Lundi micro umstellen. Obwohl die Kiebitze durchaus größere Pellets fressen können, hatte die Gewöhnung an das Lundi micro den Vorteil, dass auch die Küken dieses Futter sofort annehmen konnten und eine weitere Umstellung auf gesondertes Aufzuchtfutter entfiel. Darüber hinaus wurden täglich lebende Mehlwürmer und Zophobas, sowie ein handelsübliches Weichfresserfutter angereichert mit einer Trockeninsektenmischung gereicht. Einmal pro Woche gibt es zusätzlich Eifutter und etwas Exotenfutter. In einem gesonderten Napf steht immer eine Mischung aus roten Vogelmineralien, Muschelgrit, Magenkiesel und Holzkohle zur Verfügung. Entgegen den Empfehlungen in der Literatur, nahmen unsere Kiebitze keine Stinte (weder kleingeschnitten noch am Stück). Als besondere Leckerbissen gelten kleine bis mittelgroße Heimchen, die in unregelmäßigen Abständen den Speisezettel bereichern.

Es empfiehlt sich, mindestens 2 x täglich (einmal morgens und einmal abends) zu füttern, da Maskenkiebitze auch in der Dämmerung und bei Futtermangel über tage auch des Nachts auf Futtersuche gehen und dabei Rufkontakt zu einander halten. Dies kann man mit einer zusätzlichen abendlichen Fütterung von Lebendinsekten weitgehend minimieren. Wenn die Fütterung außerdem ausschließlich im Innenraum stattfindet, lassen sich die Tiere abends gut einstallen und die Lärmbelastung für die Nachbarn erträglich halten. Tagsüber hört man Maskenkiebitze ehr selten. Zwar ist ihr Warnruf laut, aber dafür nur selten zu hören. Auch sind es keine „Dauerschreier“. Selten ertönen mehr als zwei Rufe hintereinander und das auch nur 3 oder 4 Mal am Tag.

Foto: Ralf Pelkmann Männchen beim Hudern

Das nächtliche Einstallen hat auch den Vorteil, dass die Vögel nur bei gutem Wetter und ausreichender Wärme in die Außenvoliere kommen. Gerade in diesem Jahr hat das Wetter nur selten mitgespielt und die erfolgreiche Brut war wohl nur möglich, weil wir die Kiebitze zum Brutbeginn im Innenraum gehalten und während der Brutzeit und den ersten Tagen nach dem Schlupf der Küken nicht mehr in die Außenvoliere gelassen haben.

Da Maskenkiebitze erst mit 2 Jahren geschlechtsreif sein sollen, haben wir in diesem Jahr noch nicht mit einer erfolgreichen Brut gerechnet. Maskenkiebitze sind an keine Fortpflanzungszeit gebunden. Bei ausreichendem Nahrungsangebot brüten Sie zu jeder Jahreszeit. In der Literatur wird von einer Gelege Größe von 3 – 4 Eiern berichtet. Unsere Maskenkiebitze haben es hingegen auf 5 hellgraubraune Eier mit dunkelbraunen Sprenkeln gebracht. Leider konnten wir bei unseren Maskenkiebitzen weder Balz noch Paarung beobachten.

Die ersten Anzeichen für die Brut stellten wir am Morgen des 03. Juni fest. Es wurde eine flache Bodenmulde an einer Wand des Innenraumes angelegt und das Weibchen hielt sich verstärkt in der Nähe der Mulde auf. Gegen 17:00 Uhr stand das Weibchen breitbeinig über der Mulde. Es folgte ein schnelles (maximal 30 sec. dauerndes) Hinsetzen und wieder aufstehen. In dieser Zeit wurde das erste Ei gelegt. Das Weibchen verließ sofort das Nest und kümmerte sich nicht weiter um das Ei, welches nur 5 Minuten später vom Männchen aus dem Nest gerollt und mitten in der Voliere abgelegt wurde. Beide Vögel kümmerten sich von da an nicht weiter um das Ei.

Foto: Ralf Pelkmann 2 Kücken

In den folgenden 3 Tagen wurden nach gleichem Muster 3 weitere Eier gelegt. Für jedes Ei wurde eine eigene Mulde angelegt und das Ei anschließend aus der Mulde gerollt, willkürlich irgendwo in der Voliere deponiert und erst mal ignoriert. Wir hatten dabei das Glück, dass die Vögel aufgrund des schlechten Wetters eingestallt waren und die Eier daher nur in der geheizten Innenvoliere lagen. Bei Temperaturen weit unter 10 Grad Celsius in der Außenvoliere hätten die Eier vermutlich Schaden genommen.

Auch das fünfte und letzte Ei wurde nach dem bekannten Muster gelegt (neue Mulde angelegt – Ei abgelegt – rausgerollt – deponiert). Der einzige Unterschied bestand darin, dass 1 Stunde nach der Eiablage eine weitere Nestmulde angelegt und vom Weibchen bebrütet wurde. Zunächst befanden sich nur 3 Eier in der neuen Mulde aber bei jedem Aufstehen des Weibchens rollte das Männchen 1 weiteres Ei dazu, so dass am 08. Juni alle fünf Eier im Nest lagen. Die endgültige Nestmulde war etwas größer und tiefer als die Vorangehenden und wurde zusätzlich am Rand mit Grashalmen ausgekleidet.

Von da an saß immer ein Vogel fest auf dem Nest. Das Weibchen saß meist tagsüber, während das Männchen die Nachtschicht übernahm. Zuerst hatten wir Bedenken, da sich das Nest fast direkt hinter der Eingangstür zur Voliere befand und wir gelesen hatten, dass Maskenkiebitze ihren Nestbereich aggressiv verteidigen würden. Unser Paar scheint auch da eine Ausnahme zu sein. Weder den Webervögeln noch uns Menschen gegenüber wurden irgendwelche Aggressionen gezeigt. Natürlich muss dabei berücksichtigt werden, dass wir auf Nestkontrollen verzichtet haben und die Voliere nur zur Fütterung und zur Reinigung des Bachlaufs kurz betreten haben. Die Maronenweber haben zur gleichen Zeit ihre Nester direkt über dem Nest der Kiebitze gebaut, ohne dass diese sich gestört gefühlt haben. Auch dabei muss berücksichtigt werden, dass sich die Webervögel nur im oberen und mittleren Teil der Voliere aufhalten und auch ihr Futter und Nistmaterial erhöht angeboten bekommen. Gegenüber Artgenossen und anderen Bodenvögeln mag es durchaus zu aggressivem Verhalten kommen.

Interessant war auch festzustellen, dass seit Brutbeginn vermehrt Grashalme im Wasser lagen. Zuerst entfernten wir sie regelmäßig, nur um festzustellen, dass Minuten nach einer gründlichen Reinigung des Bachlaufs schon wieder neue Grashalme darin schwammen. Doch dann sahen wir, wie der gerade nicht brütende Kiebitz eines der nassen Grashalme aus dem Bachlauf entnahm und zum Nest brachte, wo es sofort vom brütenden Vogel entgegengenommen und zwischen die Eier gelegt wurde. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um eine Methode, die Luftfeuchtigkeit im Nest zu regulieren. Seither lassen wir auch nach einer Reinigung immer einige Grashalme im Bachlauf schwimmen.

In der Woche vor dem angedachten Schlupftermin, haben wir den Wasserstand im Bachlauf verringert, damit die eventuell geschlüpften Jungvögel nicht ertrinken können. Außerdem wurde eine zusätzliche Flache Schale mit Trinkwasser für die zu erwartenden Küken aufgestellt und die Zophobas durch Mini-Mehlwürmer ersetzt.

Foto: Ralf Pelkmann Jungvögel 6 Wochen nach dem Schlupf

Es vergingen 30 Tage vom Brutbeginn bis zum Schlupf des ersten Kükens. Bereits 3 Tage vor dem Schlupf saßen die Kiebitze sehr unruhig auf dem Nest. Sie wechselten oft die Sitzposition und rollten die Eier immer wieder hin und her. Am 05. Juli gab es für uns dann zuerst einen Schreck, da plötzlich 7 Eier im Nest lagen. Wir befürchteten schon, dass alle 5 Eier unbefruchtet wären und nun mit einem Nachgelege begonnen würde. Glücklicherweise entschlossen wir uns erst einmal nicht einzugreifen und noch einige Tage zu warten, bevor wir die Eier entfernen wollten. In der Nacht zum 06. Juli schlüpfte dann das erste Küken. Entgegen den Angaben in der Literatur, wonach die Küken sofort das Nest verlassen sollten, hielt sich unser Küken immer wieder im Nest auf. Es konnte zwar von Anfang an laufen und stehen, kroch aber auch immer wieder ins Nest zurück.

Mit dem Schlupf des ersten Jungvogels änderte sich auch das Verhalten der Altvögel. Sie wurden deutlich nervöser. Der nichtbrütende Elternteil patrouillierte jetzt ständig in der Voliere und reagierte auf jede Bewegung und jedes Geräusch, indem er schnell und mit ausgebreiteten Flügeln auf die Quelle zulief und gegebenenfalls seinen Warnruf vernehmen ließ.

Das zweite Küken schlüpfte in der Nacht zum 07. Juli. Am 08. Juli schlüpfte kein Jungvogel. Dafür waren die beiden Jungvögel schon sehr mobil und erkundeten die Voliere, wobei sie hauptsächlich vom gerade nicht brütenden Altvogel immer gut bewacht wurden. Auch wurde schon selbständig Nahrung (hauptsächlich Mini-Mehlwürmer und Lundi micro) aufgenommen. Der Großteil der Nahrung wurde aber weiterhin von den Eltern gefüttert. Dazu knieten sich die Altvögel hin, indem sie die Füße und die Unterschenkel nach vorne auf den Boden legten und den Jungvogel unter das Bauchgefieder nahmen. Danach wurde der Kopf mit geöffnetem Schnabel so weit nach unten gehalten, dass die Schnabelspitze den Boden berührte. Daraufhin steckte der Jungvogel seinen Schnabel in den Schnabel des Elternvogels und übernahm etwas Futter. Ob das Futter vorverdaut oder nur aus dem Kropf heraus gefüttert wurde, entzog sich leider unserer Beobachtung.

Leider blieb es bei nur 2 geschlüpften Küken. Auch am 09. Und 10. Juli fiel kein weiterer Jungvogel aus. Am Morgen des 10. Juli wurde das Gelege noch fest von einem Altvogel bebrütet, während sich der andere Elternteil um die Küken kümmerte. Am Nachmittag verließ dann auch der zweite Altvogel das Nest immer häufiger um sich ebenfalls um die Betreuung der Jungvögel zu kümmern. Diese wurden deutlich aktiver und erkundeten ihre Umgebung und erstmals auch den Bachlauf. In den ersten Tagen hatten die Eltern ihre Küken noch vom Wasser ferngehalten. Jetzt durften auch die Jungen ihre Füße baden und Wasser trinken. Auch bei der Futteraufnahme wurden die Küken schnell selbständig. Schon nach 2 – 3 Tagen fraßen die Jungen selbständig Mini-Mehlwürmer und das feinkörnige Pelletfutter. Die Altvögel mussten kaum noch zufüttern.

Foto: Ralf Pelkmann Jung- und Altvogel

Am 16. Juli wurde das Nest von den Altvögeln komplett verlassen und die unbefruchteten Eier in der Voliere verstreut, woraufhin wir sie nach und nach entfernten.

Nachdem sich in der vorhergehenden Woche das Gesicht der jungen Kiebitze immer mehr bräunlich verfärbte, waren am 21. Juli bereits erste Ansätze der Gesichtslappen zu erkennen. Auch der Rest des Gefieders begann immer mehr umzufärben. Der Oberkopf bekam vom äußeren Rand her immer mehr Schwarzanteile, während die Flügel und der Rücken ihre schwarzen Flecken verloren. Zu diesem Zeitpunkt waren auch noch deutlich die dunklen Ohrmuscheln zu erkennen, die wenige Tage später hinter der gelben Gesichtsmaske verschwanden.

Am 24. Juli konnten wir die Kiebitzfamilie erstmals auch in die Freivoliere lassen. Dort zeigten sie zum ersten Mal ihr Schutzverhalten. Auf den Warnruf eines Elternteils hin, drückten sich die Küken mit ihrem Körper und ausgestrecktem Kopf flach auf den Boden und blieben regungslos liegen, während der andere Elternteil sie mit ausgebreiteten Flügeln und leichtem auf und ab Flattern abzuschirmen versuchte.

Ab dem 02. August fraßen die kleinen Kiebitze auch große Zophobas. Sie holten sie dazu aus dem Futternapf, betäubten sie mit einigen Schnabelhieben auf den Kopf und badeten den Wurm im Bachlauf um ihn dann besser schlucken zu können.

Foto: Ralf Pelkmann Jugendgefieder

6 Wochen nach dem Schlupf waren die Jungvögel nur noch an Details von Ihren Eltern zu Unterscheiden. Die Maske war noch nicht ganz ausgebildet und der braune Rücken und die Flügel wurden noch von schmalen schwarzen Streifen durchzogen, was man aber nur aus der Nähe wahrnehmen konnte.
Die Beringung erfolgte am 21. August mit offenen 7,0 mm Ringen am Oberschenkel und bei der Gelegenheit wurde von jedem Vogel auch eine Feder für die DNA-Analyse gezogen.
Ein interessantes aber auch gewöhnungsbedürftiges Verhalten der Maskenkiebitze ist das Simulieren von Verletzungen. Bereits am ersten Tag nach der Ankunft in unserer Voliere, zog einer der Kiebitze ein Bein ein und sobald er merkte, dass er von uns beobachtet wurde, bewegte er sich schnell auf einem Bein hüpfend vorwärts. Zuerst dachten wir, er hätte sich auf dem Transport verletzt, aber sobald der Vogel sich unbeobachtet fühlte, rannte er normal mit beiden Beinen durch die Voliere. Da beide Vögel abwechselnd dieses Verhalten zeigten und auch das vermeintlich verletzte Bein mal von links auf rechts wechselte, war schnell klar, dass keine Verletzung vorlag. Wie sich später herausstellte, versuchen die Maskenkiebitze durch das Vortäuschen von Verletzungen Feinde in die Irre zu führen und so von sich und ihrer Brut abzulenken.
Obwohl es in den europäischen Zoos noch größere Bestände des Maskenkiebitz gibt, hätten es diese Vögel durchaus verdient, sich auch bei privaten Haltern stärker zu verbreiten. Es sind wirklich genügsame und leicht zu züchtende Pfleglinge, die sich durch ihre komplett bodengebundene Lebensweise ideal zur Vergesellschaftung mit baum- und strauchbewohnenden Vögeln eignen.

Foto: Ralf Pelkmann Jungvogel beim Sonnenbad

Weitere Erkenntnisse

Nachdem die Maronenweber leider durch eine Beschädigung im Volierendach entflogen sind, befinden sich die Maskenkiebitze nun seit mehr als 2 Jahren mit 1,1 Livingstone Turakos (Tauroco livingstonii) in derselben Voliere vergesellschaftet. Dies verlief bisher problemlos und die Kiebitze konnten bereits 2 weitere Bruten aufziehen. Dabei war zu beobachten, dass sobald die Jungtiere von den Eltern getrennt wurden, diese unabhängig von der Jahreszeit meist innerhalb eines Monats das nächste Gelege produzierten.

Inzwischen konnten wir auch die Paarung beobachten. Das Männchen läuft dabei neben dem Weibchen her und produziert mit dem Schnabel Laute, die an das leise Klappern eines Storches erinnern. Daraufhin duckt sich das Weibchen auf den Volierenboden und läßt das Männchen aufsteigen. Die Kopulation dauert nur wenige Sekunden, bevor das Weibchen sich wieder erhebt und das Männchen abschüttelt. Auffällig ist dabei, dass die Paarung immer genau um 18:00 Uhr herum (+- 30 min) erfolgt.

Des Weiteren hat sich gezeigt, dass durch die Beimischung von Eifutter für rotgrundige Kanarien zum Pelletfutter für die Jungvögel, die Färbung der gelben Hautanteile intensivieren läßt.


Anschrift der Verfasser:

RALF & KARL-HEINZ PELKMANN (GAV 31 & 32)
Rosenstraße 11
48336 Sassenberg
E-Mail: pelkmann@online.de


Literatur:
„Exotische Weichfresser“ von Theo Pagel und Bernd Marcordes